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Waffen im Ninjutsu

Ninjutsu ohne Waffen ist nahezu kaum vorstellbar. Die Qualität des eigenen Könnens steigt exponential zu den Möglichkeiten, die eine lange Waffe bietet. Auf eine Distanz von knapp zwei Meter (z.B. Rokushakubo) sind kleinste Winkelfehler sehr gut sichtbar. Will man nicht nur im Budo Taijutsu bleiben, sondern die "höheren Weihen" im Ninpo Taijutsu trainieren, kommt man an einer Mindestpräzision nicht vorbei. Diese Präzision wird gerade bei größerer Distanz wichtig und wird im Dojo Erlangen in die üblichen fünf Bereiche eingeteilt:

1. Stumpfe Waffen
2. Scharfe Waffen
3. Spitze Waffen
4. Flexible Waffen
5. Wurf-/Schußwaffen

Nachdem man die Grundlagen dieser fünf Bereiche verlassen hat, erreicht man die Kombinationswaffen, die sich aus diesen fünf Bereichen ergeben. Damit erhält man auch im Muto Dori (Kampf ohne Waffe gegen Waffe) eine Präzision, die einem überhaupt erst die Möglichkeit bietet, gegen eine Waffe vorzugehen und die Zeit zu dehnen. Gutes Ninjutsu sollte es möglich machen, die Kontrolle von Zeit und Raum ohne Krafteinsatz umzusetzen. Die Langwaffen sind dazu ein erster Schritt.

Hier ist eine kleine Übersicht über das "Übungsbesteck", welches zur entsprechenden Präzision im Ninjutsu führen kann. Dies stellt nur eine kleine Übersicht über einige Waffen oder Utensilien dar. Die Waffennamen werden teilweise unterschiedlich geschrieben. Diese Übersicht dient nur zu informationstechnischen Zwecken, ein Teil der Übungsgeräte liegen juristisch in einer Grauzone und könnten mittels Feststellungsbescheid über kurz oder lang zu den verbotenen Waffen zählen. Die Angaben darüber sind nur unverbindlich, Juristisches sollte mit einem Anwalt der Wahl geklärt werden.

Standard-Waffen, Übungswaffen

Bo (Rokushakubo)


Stock mit einer Länge von ca. 1.80m und einem Durchmesser von ca. 3 cm , kommt aus dem Japanischen (Roku = sechs, Shaku = Längeneinheit ca. 30cm, Bo=Stock). Die Länge wird in der Praxis zu Übungszwecken an die volle Körpergröße angepaßt. Typische einfache Übung ist das Otonashi (Arbeiten mit dem Stock, Stockdrehen). Material s. Hanbo. Kampfkunst mit dem Bo: Bojutsu

Jo (Yonshakubo)

Stock (Holz) mit einer Länge von ca. 1.20m (die Länge wird zu Übungszwecken vom Boden bis zur Schulter bemessen, die Dicke wird meist ähnlich dem Bo genommen, allerdings hat sich ein Durchmesser von 2,5cm gut bewährt, Yon = vier, shaku = ca. 30 cm). Ursprünglich aus dem Bojutsu entstanden. Angeblich durch Muso Gonnosuke eingeführt. Nachdem er einen Kampf mit Bo gegen Miyamoto Musashi verloren hatte, entwickelte er einen kürzeren Stock mit neuen Techniken, in der Hoffnung, Musashi zu bezwingen. In der Kukishinden Ryu geht der Jo bis auf die Anfänge der Kukishin Ryu zurück. Dort soll der Gründer der Kukshin Ryu den damaligen Daimyo mit einer zerbrochenen Naginata, die danach die Länge des Jo hatte, gerettet haben. Kampfkunst mit dem Jo: Jojutsu

Hanbo (Sanshakubo)

Kurzstock mit einer Länge von ca. 90 cm, kommt aus dem japanischen (Han = halb, San = drei, Bo = Stock). Gehörte zu den am weitest verbreiteten Waffen in Japan des 16. Jh. Kann hierzulande in Form von Buchenholz-Rundstäben von Baumärkten bezogen werden, da es günstig ist, wenig splittert und stabil ist (Dicke je nach gusto und Handgröße ca. 3-4 cm). Kampfkunst mit dem Hanbo: Hanbojutsu

Eda Koppo & Kubotan

Diese beiden Waffen sind sehr ähnlich. Das Kubotan ist eine unscheinbare, aber sehr effektive Waffe. Sie besteht nur aus einer kleinen Eisenstange, die in der Hand zwischen Daumen/Zeigefinger und kleiner/Ring- oder Ring-/Mittelfinger benutzt wird. Eda Koppo besitzt noch einen Ring zur Fixierung am Finger. Diese Waffe unterstützt alle Techniken und kann sehr effektiv als unsichtbarer Schlagstab eingesetzt werden. Zu Übungszwecken kann man ein kleines Hölzchen nutzen, das maximal 5 mm dick und maximal ca. 10 cm lang ist. Ein Ersatz ist in der Praxis häufig zu finden, denn Kugelschreiber, Bleistifte oder längere Schlüssel, Besteck oder hohe Gläser werden überall benutzt.

Bokken, Bokuto

Holzschwert mit einer Länge von ca. 1 m, kommt aus dem japanischen (Boku = Holz, Ken/To = Schwert). Dieses Schwert wird aus einem schweren Holz gefertigt und bildet eine Katana nach. Wurde im alten Japan nicht nur zu Übungszwecken, sondern auch in Duellen genutzt. Nach und nach (ca. ab dem 18. Jahrhundert) wurde im Kenjutsu dieses Bokken durch das Shinai ersetzt. Typische Hartholzarten für das Bokken sind die rote Eiche (Akagi), weiße Eiche (Shiragashi), die Mispel (Biwa) oder das Ebenholz (Kokutan) (s. lit. Ostasiatische Kampfkünste).

Katana

Langschwert der Samurai mit gekrümmter einschneidiger Klinge von einer Klingenlänge größer 60 cm (2 Shaku).

Ninjato, Ninja-Biken, Ninja-Gatana

Schwert der Ninja, Klingenlänge zwischen 46-61 cm, oftmals als gerade Klinge klassifiziert, welches eigentlich einfach einer gekürzten Katana entspricht.

Tsurugi

Gerades Schwert mit beidseitig im vorderen Bereich angeschliffener Klinge. Vorläufter der japanischen Schwerter.

Shoto

jap. für kurz, Kurzschwert der Samurai, Klingenlänge ca. 30-60 cm = 1-2 Shaku (s. Wakizashi)

Wakizashi

wörtlich Begleiter des Gürtels, kurzes, leicht gekrümmtes Schwert der Samurai, Klingenlänge ca. 30-60 cm = 1-2 Shaku (s. Shoto)

Tanto

Dolch bzw. Messer mit maximal 30 cm Länge = 1 Shaku, (jap.: kleines Schwert). Die Form und Eigenschaften gleichen der einer Katana. Kampfkunst mit dem Tanto: Tantojutsu

Shuriken, Shaken, Teppan

Wurfgeschosse aus Metall. Die Kunst mit den Shuriken umzugehen, nennt sich Shurikenjutsu. Es gab die unterschiedlichsten Formen. Bo-Shuriken waren längliche Shuriken, z.B. Pfeilspitzen. Hira-Shuriken oder Shaken nannte man die bekannten Ninja-Wurfsterne, Teppan waren viereckige Varianten mit mittiger Aussparung. Weitere Shurikenarten sind die Fukumi-bari (kleine Pfeile). Der Ursprung der Shaken/Teppan (Sterne) liegt wie üblich im Bereich der Alltagsgegenstände. Versionen mit mittiger Aussparung wurden z.B. zum Entfernen von Nägeln genutzt. Sie wurden wie diverse Werkzeuge als Waffe zweckentfremdet. Da die Spitzen nicht sonderlich lang sind, macht es nur bedingt Sinn, einen Shaken als Wurfwaffe zu benutzen, wenn man sonst keine weiteren Waffen besitzt. Ein Wurfmesser ist aufgrund der Länge weitaus gefährlicher. Dahingehend sind die üblichen bekannten Wurfanwendungen eher in den Bereich "Movie-Stuff" zu legen. Sie hatten mehr den Zweck eines Metsubishi, einer Ablenkung, um danach bzw. nahezu gleichzeitig z.B. die Klinge zu ziehen oder man benutzte sie zur Verstärkung der eigenen Schlagtechniken. Jemand, der darin nicht geübt ist, wird sich wohl eher mit den Sternen verletzen, als daß er diese sinnvoll als Waffe einsetzen könnte. Übungs-Shuriken können gut aus einem stabilerem Gummimaterial z.B. Linoleoum gefertigt werden. Es gibt zum Thema Shuriken unterschiedliche Feststellungsbescheide. Miniwurfsterne fallen unter die Kategorie verbotene Waffen, während Bo-Shuriken (länglich) oder "Fantasie"-Shuriken, deren Spitzen eher messerförmig gebogen sind, nicht darunter fallen.

Jutte, Jitte

"Ninja-Klingenbrecher". Es wird gesagt, daß diese Waffe im 17. Jahrhundert vom chinesischen Meister Chen Yuan Bin in Japan eingeführt wurde. Andere Quellen sprechen von der Benutzung durch die Ninja im 15. Jahrhundert. Die ursprüngliche Kriegerlanze (Jitte) wurde abgeändert und von den Tokugawa-Polizisten gegen die Samurai eingesetzt. Diese Polizisten hatten nicht das Recht, Samurais zu verletzen. Das hieß damals, daß kein Samuraiblut fließen durfte, was aber nicht ausschloß, daß man ihnen die Knochen brechen durfte. Mit der Jutte hatte die damalige Polizei eine effektive Schlagwaffe für diesen Zweck in der Hand. Zu Trainingszwecken kann eine Holzstange benutzt werden, die die Länge vom Boden zur Kniekehle besitzt (in die Hocke gehen, damit die Oberschenkel waagrecht verlaufen und den Abstand zwischen Kniekehle/hinterer Oberschenkel und Boden als Maß nehmen - s. Brin Morgan). Ein Griff von der eineinhalbfachen Länge einer Faust mit anschließendem Haken bzw. Gabel (Goku), der so lang sein sollte damit ein Bokken oder auch eine Hand damit geklemmt werden kann. Der Griff kann mit einem Seil umwickelt und damit griffiger gemacht werden. Wenn die Gabel aus Metall ist, dann sollte sie gut z.B. mit Plastikschlauch ummantelt sein, damit keine Verletzungen auftreten. Ursprünglich wurde die Jutte aus der Jite, einer Kriegerlanze entwickelt. Diese war eine Variante des Speers mit zwei Eisenklingen in Form eines Kreuzes. Sie wurde ähnlich verwendet, wie die Saigabel. Angeblich war eine der ersten Schulen die Ikaku Ryu mit dem Großmeister Shimizu Takagi.

Yari

Japanisch für Speer, wurde von den Samurai als Wurf- und Stichwaffe verwendet, im Ninjutsu allerdings noch flexibler genutzt. Aussehen: Holzstange (Bo) mit einer messerartigen Klinge als Spitze. Mit der Zeit haben sich verschiedene Speertypen mit verschiedenen Speerklingen ausgebildet. Die Länge kann von Bo-Länge bis zu einer Länge von 2.50 m variieren, wobei zu Übungszwecken auch die Standard-Bo-Länge verwendet wird. Kampfkunst mit dem Yari: Yarijutsu oder Sojutsu.

Naginata

Die Hellebarde der Japaner. Sie hatte eine Länge von ca. 2 bis 3m und bestand aus einem umwickelten Bambusstiel und einer etwa 60 cm langen gekrümmten Klinge. Zu Übungszwecken ist einen Naginata mit Standard-Bo-Länge sinnvoll. Die Naginata kann man als eine Kombination aus Schwert, Speer und Streitaxt ansehen und ist eine der ältesten Waffen Japans. Kampfkunst mit der Naginata: Naginatajutsu.

Bisento

Schwere Naginata. Das Hauptgewicht liegt in der Klinge. Diese ist größer als bei einer normalen Naginata. Ein Bisento kann nur mittels optimalen Körpereinsatz benutzt werden. Es heißt auch, daß das Bisento als Übungswaffe benutzt wurde, damit man umso leichter mit einer normalen Naginata umgehen kann.

Kama

Sichelwaffe. Die Kama ist ein sichelartiges Bauernwerkzeug. Es diente, wie teilweise auch die Kyogetsu-Shogei oder das Kusarigama zum Schneiden verschiedener Agrarprodukte. Die Klingenlänge war variabel. Es würde in europäischen Breiten einer Sichel entsprechen. Auf einem Bo montiert (Rokushakugama) hätte man das entsprechende Gegenstück zu Sense, welche nicht nur als Gartengeräte, sondern speziell in diversen Kampfstilen in Österreich als Reenactment ein Comeback feiert.

Kusarifundo, Manriki-Gusari

Kettenwaffe. Das Kusarifundo besteht aus einer Kette, die an beiden Enden ein Metallgewicht besitzt. Zu Übungszwecken wird auch ein schweres Seil (z.B. typ. Kletterseile) benutzt, an deren Enden ein dicker Knoten eingeflochten wird. Die typ. Länge einer Manriki-gusari lag im Bereich von ca. 0.6m - 4m. Wurde ursprünglich von dem japanischen Schwertmeister Masaki Toshimitsu als Abwehrwaffe gegen das Schwert entwickelt und danach vorwiegend nur noch im Ninjutsu verwendet. Eine typische Variante, die im Bujinkan benutzt wird, ist ein ca. max. 0,5 cm dickes Seil, dessen Enden verdoppelt und zusammengebunden oder -geklebt werden. Die Länge wird so gewählt, daß wenn das Seil an einem Ende in der Hand gehalten wird, das andere Ende gerade den Boden erreicht (wenn man normal z.B. in Shizen nokamae steht). Es hat sich auch bewährt, an jedes Ende in weiches Rundholz zu befestigen, was aber bei Werf- und Schlagtechniken gefährlich sein kann.

Kusarigama

Sichelwaffe mit Kette und Gewicht. Das Kusarigama ist ein sichelartiges Bauernwerkzeug mit einer Kette und einem Gewicht. Es hat den gleichen Verwendungszweck gedient, wie die Kama und die Shogei. Die Shogei hatte allerdings den Vorteil, die Spitze zum Pflanzen und die Sichel zum Schneiden verwenden zu können. Ein längeres Seil oder eine Kette mit Gewicht hat die Möglichkeit eingeschlossen, größere Mengen an Pflanzen zu schneiden und sie gleichzeitig in größeren, aber als Einzelperson zu handhabenen Mengen zu sammeln und zu transportieren. Zudem hatte die Kette bzw. das Seil am Gürtel befestigt den Vorteil, daß die Kama nicht verloren gehen konnte. Als Waffe sind sowohl Kusarigama, als auch Kyogetsu-Shogei für einen Laien nicht zu gebrauchen, da sich jemand ohne entsprechende Ausbildung erfahrungsgemäß eher verletzt oder schlicht einwickelt, als dieses Werkzeug als Waffe einzusetzen. Die Länge der Kette bzw. des Seils kann zu Übungszwecken auf 1,20m eingeschränkt werden, die Originallänge war aber damals ähnlich der der Kyogetsu-Shogei. Ein "Hundebeißring" aus Gummi kleineren Ausmaßes und eine entsprechende Holzkama mit optionalem "Padding" ist für das Training am Anfang empfehlenswert. Metallvarianten zu Übungszwecken sind grundsätzlich nicht empfehlenswert und streift aufgrund der Ähnlichkeit mit der Kettenvariante der Shogei sicherlich auch wieder die übliche Grauzone des Waffengesetzes.

Kyoketsu-Shoge (-Shogei)

Ninja-Sichelwaffe. Die Shogei wurde ursprünglich als Erntewerkzeug in der Landwirtschaft eingesetzt. Das lange Seil bzw. die Kette mit dem Ring hatten den Vorteil, größere Mengen an Ernteprodukten wickeln und fixieren zu können. Zusätzlich konnte das Ende (der Ring) am Gürtel befestigt werden und das Sichelgerät ging somit nicht so schnell während der Arbeit verloren. Es besteht aus einem Seil mit Eisenring an einem Ende und einer Klingenwerkzeug mit Sichel aus Metall am anderen Ende. Wurde u.a. als "Enterhaken" benutzt. Zum Training kann ein Seil (Länge ca. 3-4m, bzw. ideales Anfängermaß: Seil mit ausgebreiteten Armen halten und an einem Ende zu Boden fallen lassen. Seillänge wäre die Spannbreite beider Arme addiert mit der Höhe von Hand zu Boden auf einer Seite. Oder zweite Variante: Seillänge mit 2 Armspannen für den Neuling und drei Armspannen für den Fortgeschrittenen) mit Knoten an einem Ende und Reissocke (festgebundene doppelte Socke mit Kies, Reis o.ä.) an anderem Ende benutzt werden. Eine zweite Variante besteht aus einer Sichelwaffe aus Holz an einem Ende und einem Gummiring am anderen Ende. Die Reissocke kann dazu genutzt werden, um ein Gefühl für eine Seilwaffe dieser Länge zu bekommen und auch, um Springen und Ausweichen zu üben, da die Reissocke selbst bei Kontakt mit dem Kopf keine Schmerzen verursacht. Für intensiveres Arbeiten mit einer Shogei sollte man sich die zweite Variante zulegen. Diese wird auch auf Seminaren benutzt. Die Bauanleitung ist im PDF-Format und kann mit dem Acrobat-Reader von Adobe gelesen werden. Seit November 2009 scheint aufgrund eines Feststellungsbescheids die Kettenvariante mit Übungssichel (nicht scharf) und Metallring als verbotene Waffe zu gelten. Rechtsgültige Aussagen über die Übungsvariante aus Holz, Seil und Gummiring können noch nicht getroffen werden. Da allerdings erfahrungsgemäß vor 2009 auch erfahrene Kampfkünstler ohne Ausbildung an der Shogei sich eher selbst einwickelten, als dass dieses Werkzeug als Waffe eingesetzt werden könnte, ist die Einschätzung als Waffe eigentlich fraglich. Außerdem würde auch die Seil/Gummi/Holz-Variante dem Recht auf Traditionsausübung entgegensprechen. Die sinnvollste Vorgehensweise wäre wohl eine deutschlandweite Sammelklage aller Bujinkan-Dojos gegen diesen Feststellungsbescheid, um diese Unsicherheit aus der Welt zu schaffen. Solange das nicht passiert, wird es wohl auch ein grenzwertiger Bereich bleiben. Nichtsdestotrotz kann man die Shogei als Königsdisziplin bezeichnen, da sie alle 5 Elemente (stumpf, spitz, scharf, flexibel, fliegend) enthält und somit der Umgang damit nur mit einer entsprechenden Körpermechanik möglich ist, die jahrelanges intensives Training voraussetzt.

Kaginawa

Enter- oder großer Angelhaken, Als Übungswaffe kann man ein ca. 2,5m langes Seil verwenden, an dessen einem Ende eine Art großer Angelhaken angebracht ist (vom Aussehen her wie ein übergroßer Angelhaken mit einer Kralle). Die Größe des Hakens sollte so dimensioniert sein, daß der Haken in einen Kreis paßt, den der Zeigefinger und der Daumen bilden können. Die Enden sollten man polstern, damit man sich nicht verletzen kann. Der Haken kann aus einen dicken runden Draht gemacht werden, wobei auf scharfe und spitze Kanten verzichtet werden sollte. Am anderen Ende kann man noch einen Ring anbringen (z.B. Hundebeißringe aus der Tierhandlung oder ein Tauchring aus dem Sporthandel, es hat sich aber auch ein Strohring, der mittels Gewebeband eingewickelt wird, bewährt). Für Übungszwecke könnte man ebenfalls die unter Kyogetsu-Shogei angegebene Reissocke modifizieren. Man ersetzt dabei den Haken mit einer mit Kies gefüllten Socke, wobei dabei allerdings der Effekt mit dem Einhaken in Kleidung und Körperteile verloren geht. Die alte Bauanleitung kann getrost vergessen werden, sie stellt mehr eine übergroße Shogei dar, als eine Kaginawa.

Sonstige Utensilien

Shuko (Tekagi)


Ninja-Hand- und Fußkrallen. Ein Eisenring passend um den Handrücken, mit Leder gepolstert und am Handgelenk fixiert, an der Innenseite mit starken Eisendornen versehen. Dieses Utensil wurde ursprünglich zum Transport größeren Pakete in der Landwirtschaft genutzt (z.B. Strohballen). Angeblich wurde sie auch zum Klettern genutzt, welches allerdings hauptsächlich zur Unterstützung beim Klettern an Bäumen oder hohen Pfahlkonstrukten Sinn macht. Im Westen entspricht es wohl am ehesten den Steigeisen, die vor nicht allzulanger Zeit genutzt wurden, um Masten zu beklettern. Da das Prinzip im Ninjutsu darin besteht, alles zur Waffe oder zur Verteidigung umzufunktionieren, wurden dazu u.a. Techniken in der Togakure-Ryu mittels dieser Handkrallen verstärkt. Seit 2014 gibt es auch einen Feststellungsbescheid, der die Waffeneigenschaft bestätigt, allerdings werden Shuko nicht als verbotene Waffen eingestuft. Shuko nennt sich ebenfalls der Handrücken der offenen Hand, bzw. ein Schlag mit derselben.

Metsubushi

Blendpulver. Wurde zur Ablenkung in die Augen des Gegners geworfen. Bestand meist aus chemischen Substanzen oder Giften. Aber auch alles, was in der Umgebung zu finden ist, kann dafür verwendet werden (Sand, Erde, etc...). Zu finden im Goton-po (Goton no jutsu), den "fünf Elementen des Entkommens". Zu Übungszwecken kann ein ausgeblasenes Ei mit Mehl gefüllt werden. Nach dem zerbrechen werden Mehl und Eierschalen als Metsubishi benutzt.

Tetsubishi

Japanische Waffe mit vier oder sechs Spitzen (Straßenfalle), entwickelt durch die Ninja. Um Verfolger abzuschütteln und zu verletzen, wurden die Tetsubishi auf den Weg geworfen, dabei war eine Spitze immer nach oben gerichtet. Wurden nicht nur selbst hergestellt, es gibt auch im Pflanzenreich Gewächse, die diese Spitzen in Form von Früchte liefern.